Info über Neroth
Bundesland:
Rheinland-Pfalz
Landkreis:
Vulkaneifel
Verbandsgemeinde:
Gerolstein
Höhe:
470 m ü. NN
Einwohner:
923 (Stand Dez. 2013)
(1. und 2. Wohnsitz)
Postleitzahl: 54570
Kfz-Kennzeichen: DAU
Webpräsenz:
www.neroth.de
Ortsbürgermeister:
Egon Schommers


Heimatverein Neroth

Kontakt:1. Vorsitzende Helga Wallenborn, Tel. 06591 - 3890

 

Zur Entstehung des Heimatvereins von Ewald Peters

 

Neroth hatte sich Anfang der siebziger Jahre in seiner Struktur stark verändert. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden immer mehr aufgegeben, da sie nicht mehr den lebensnotwendigen Ertrag erbrachten.

Zu dieser Zeit machte sich in Neroth bemerkbar, dass der schöne Ort von Touristen und Feriengästen aufgesucht wurde. Die Gäste fanden den Ort infolge seiner Lage, natürlichen Schönheiten und der Ruhe als geeignet, ihren Urlaub in Neroth zu verbringen. Unterkunftsmöglichkeiten waren zum damaligen Zeitpunkt genügend vorhanden. Sechs Gaststätten waren in Neroth vorhanden, so dass für gemütliche Stunden und Unterhaltung gesorgt war.

Die Geschäftsleute aus Neroth beschlossen einen Verein zu gründen, der mithelfen sollte den Ort Neroth als Urlaubsort bekannt zumachen. Es wurden Heimatfeste abgehalten und der erlöste Überschuss für die Anfertigung eines Flyers verwandt.

Die Aktivitäten des Heimatvereins kamen zum Erliegen, da sich keiner mehr Zeit nahm sich um die Ziele des Vereins zu kümmern. Erst durch den Ehrenbürger der Gemeinde Neroth und Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins  Siegfried Stahnke wurde die Neugründung bzw. Aktivierung des Heimatvereins ins Auge gefasst. Siegfried hatte sich seinerzeit mit ganzer Kraft für die Renovierung der Burg „Freudenkoppe“ bei den Kommunen eingesetzt, die dann auch vom Erfolg gekrönt worden sind. Die Burg „Freudenkoppe“ auf dem Nerother Kopf befindet sich heute auf Grund der Bemühungen von Siegfried in einem bemerkenswerten guten Zustand und ist für unsere Gäste immer ein lohnendes Wanderziel.

Im Jahre 1980 wurde auf Initiative von Siegfried auf der Grundlage von Frau Ginzlers verfassten Broschüre „Die Mausfallkrämer aus der Eifel“ durch das Amt für rheinische Landeskunde ein Film aufgenommen, der ebenfalls unter der Bezeichnung „Die Mausefallenmacher“ bekannt geworden ist.

Siegfried und einige Mitstreiter kamen zu dem Ergebnis, dass das Handwerk des Mausefallenmachers für die Nachwelt sichtbar erhalten bleiben sollte. Man wurde sich einig einen neuen Heimatverein zu gründen. Der Gedanke wurde sehr schnell in die Tat umgesetzt, so dass die Gründung des Heimatvereins am 12. August 1983 in der Gaststätte „Zur Neroburg“ erfolgte. Dem gewählten Vorstand gehörten folgende Mitglieder an: Vorsitzender Siegfried Stahnke und Stellvertreter Fritz Chille, Kassiererin Rosemarie Schelian und Geschäftsführerin Maria Ferdinand. Als Beisitzer wurden Bernhard Kalbass und Willi Müllerstein gewählt.

In § 2 der Satzung über Zweck und Aufgaben des Vereins heißt es  wie folgt: Der Heimatverein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke mit dem Ziel, Heimatpflege und Heimatkunde im Bewusstsein der Bewohner zu fördern.

Eine der Aufgaben des Vereins: das Mausefallenmuseum

Die Mitglieder des Vorstandes unter ihrem Vorsitzenden Siegfried Stahnke und des Heimatvereins ließen sich nicht von dem Gedanken abbringen in Neroth ein Museum zu errichten. In Absprache mit der Gemeinde, die diesen Gedanken voll unterstützte, wurde in der alten Schule begonnen ein Museum einzurichten. Auf Betreiben von Siegfried konnte die bis 1979 betriebene Werkstatt von Josef Pfeil erworben werden, die dann am ursprünglichen Standort abgebaut und in das neu zu errichtende Museum integriert wurde. Bevor dies jedoch geschehen konnte, waren viele Vorarbeiten notwendig. Siegfried mit seinem Charme und rednerischen Begabung hatte es verstanden, genügend Leute zu animieren ihm beim Aufbau des Museums zu helfen. Die Eröffnung des Mausefallen-Museum erfolgte am 21. Oktober 1990 unter großer Beteiligung von Ehrengästen und der gesamten Bevölkerung.

Erstaunlich groß war das Interesse der überörtlichen Medien. Fünf Fernsehgesellschaften, über 15 Rundfunkanstalten, zahlreiche Presseorgane aus dem Trierer Bereich, aber auch aus Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet brachten Reportagen und Berichte über unser Museum.

Das Mausefallen-Museum erfreute sich großer Beliebtheit und wurde von Einzelpersonen als auch von Besuchern, die mit Bussen ankamen, aufgesucht. Der Eintrittspreis wurde auf DM 1.00 festgesetzt. Die  Museumsführer/innen haben ihre Arbeit gut gemacht, was durch den stetig ansteigenden Besucherstrom bestätigt wurde.

Der Heimatverein Neroth blieb durch seinen Vorstand weiter aktiv. Den Damen und Herren sind viele Aktivitäten zu verdanken, wodurch der Ort Neroth attraktiver und für den Tourismus urlaubswert gestaltet wurde. So wurden auf Initiative von Siegfried Wanderwege geschaffen und eine Wanderkarte ausgegeben. Die Buswartehalle wurde in Eigenleistung neu gestaltet und auf dem Wanderweg zum Nerother Kopf wurde am Beginn der Oelbermannstrasse ein Rastplatz geschaffen, den man „Oelbermannrast“ taufte. Der Wanderer kann hier auf dem Wanderweg 6 eine bequeme Ruhepause einlegen. Ein weiterer Rastplatz auf dem Weg zum Nerother Kopf „Wildschwan“ genannt, wurde neu errichtet. Die Einweihung fand unter großer Beteiligung der Nerother Bevölkerung am 17.o8.1991 statt.

In der Jahreshauptversammlung am 7. Januar 1995 stellte Siegfried Stahnke sein Amt als Vorsitzender des Heimatvereins Neroth zur Verfügung. Zum neuen Vorsitzenden wurde einstimmig Josef Hentges gewählt und Siegfried Stahnke zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Josef Hentges trat nach kurzer Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten als Vorsitzender zurück. Danach übernahm Heinz-Jürgen Buhrke kommissarisch das Amt des ersten Vorsitzenden. Heinz-Jürgen übte das Amt bis o3. Januar 1998 aus. Am o3. Januar 1998 wurde Ewald Peters von der Versammlung zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Seit dem Jahre 1987 erscheinen jedes Jahr unter der Bezeichnung „Nerother Hefte“ Broschüren, in denen die Geschehnisse und Begebenheiten während des Jahres als auch aus der Vergangenheit des Ortes wiedergegeben werden.

Weiterhin ist der Heimatverein für den Blumenschmuck in der Rothenbachstrasse und Ackerstrasse verantwortlich zu sein als auch für die sieben Kreuze und die Kirchturmbeleuchtung zuständig zu sein.

In den Jahren von 2000/01 wurden durch Herrn Harald Pohl aus Dortmund zwei Hinweistafeln geschaffen, die seitens des Heimatvereins in der Mitte des Ortes aufgestellt wurden. Auf einer Hinweistafel sind die Wanderwege eingezeichnet, auf der weiteren Hinweistafel sind die Nerother Straßen und gravierende Punkte in unserem Ort kenntlich gemacht. Herr Pohl war ein früherer Mitarbeiter unseres Ehrenvorsitzenden und hat die Anfertigung gegen ein geringes Entgelt vorgenommen.

Nachdem die vermieteten Räume links vom Museumseingang frei wurden, hat sich der Heimatverein in Absprache mit der Gemeinde entschlossen, diese Räume in das bereits bestehende Museum mit einzubeziehen. Die Gemeinde als Eigentümerin der Räumlichkeiten-    stellte nach Aufstellung eines Erweiterungsplans und der Kostenermittlung einen Zuschußantrag für den weiteren Ausbau des Museums. Seitens der Landesregierung wurde aus Mitteln der Dorferneuerung ein Zuschuss in Höhe von DM 75.200.00 bewilligt. Mit dem angesparten Guthaben von mehreren Tausend Mark, die Siegfried in aufopferungsvoller Tätigkeit angesammelt hatte, konnte mit dem Umbau begonnen werden. In Eigenleistung seitens der Mitglieder des Heimatvereins wurden viele Arbeiten ausgeführt, dessen Aufzählung zu weit führen würde.

Die Aufgaben des Heimatvereins sind vielschichtig und es bleibt zu hoffen, dass sich Nerother/innen weiter  dafür engagieren, dem satzungsgemäßen Auftrag gerecht zu werden. Ein Schwerpunkt in den letzten Jahren war über die Geschichte unseres Ortes ein Chronik zu verfassen, um die vielfältigen Gegebenheiten und Ereignisse unseres Ortes in einem Buch zu bündeln und sie nicht in unserer schnelllebigen Zeit zu vergessen.

Der Initiator, Gründer des Heimatvereins und Ehrenbürger der Gemeinde Neroth ist am 21. April 2008 im Alter von 96 Jahren in Dortmund verstorben. Der Heimatverein und die Bürger/innen der Ortsgemeinde Neroth danken einem väterlichen Freund, liebenswerten und von außergewöhnlichem Idealismus geprägten Menschen, der mit unermüdlichem Einsatz gemeinsam mit seiner Ehefrau Gertrud, die aus Neroth stammte, für die Ziele des Heimatvereins und der Ortsgemeinde Neroth tätig war.